Vereinbarkeit von Familie und Beruf
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Telearbeit als Brücke zwischen Beruf und Familie

In einem eigenen [ Leitfaden ] stellt job-net-online diese Arbeitsform näher vor und zeigt auf, wie man sich die notwendigen Kenntnisse aneignen kann, um Telearbeit erfolgreich ausüben zu können.

Arbeitnehmer haben durch Telearbeit  viele Vorteile:

  • sie bleiben über innerbetriebliche Vorgänge auf dem Laufenden,
  • behalten Kontakt zur Berufswelt,
  • behalten Kontakt zu Kollegen,
  • bewahren ihre Qualifikation
  • und können gleichzeitig Berufs- und Familienleben besser vereinbaren.

Für den Unternehmer ergeben sich Vorteile daraus, dass

  • er eine bewährte Arbeitskraft behält und
  • teuere Anpassungsqualifizierungen spart und dass 
  • betriebliche Probleme beim beruflichen Wiedereinstieg nach der Elternzeit. vermieden werden

Telearbeit kann aber auch dann eine sehr gute Alternative zur herkömmlichen Arbeit im Betrieb sein, wenn ein Pflegefall in der Familie eine Tätigkeit außer Haus sonst unmöglich machen würde. Ebenso stellt diese Arbeitsform für ältere Arbeitnehmer, Körperbehinderte, Menschen, die abgelegen wohnen und keine Nahverkehrsanbindung haben oder auch nur eine Teilzeitbeschäftigung  suchen eine ideale Lösung dar.

Bei Telearbeit können die Kinder in gewohnter Umgebung bleiben, während die Mutter oder der Vater ihrer Arbeit nachgehen.

Allerdings braucht der Telearbeiter ein Refugium in dem er nicht gestört wird. Dies ist insbesondere kleinen Kindern nur schwer zu vermitteln. Sie können nicht einsehen, warum die Mutter/der Vater, die doch in der selben Wohnung sind, während der Arbeitszeit nicht angesprochen werden dürfen. Auch andere Familienmitglieder und Freunde oder Bekannte müssen lernen, mit dieser neuen Arbeitsform  umzugehen.

Die Phasen störungsfreien Arbeitens sind für die eigene Arbeitszufriedenheit des Telearbeiters sehr wichtig (s.a. Jäckel [ "Telearbeit und Zeitökonomie" ] )

Problematisch kann diese Situation werden, wenn Mütter während der Elternzeit sich stets um die Kinder gekümmert haben und nun den Wiedereinstieg über die Telearbeit versuchen. Die Kinder können sich nur schwer darauf einstellen, dass die Mutter tagsüber nicht mehr für sie da ist und arbeiten muss. Die Familie muss lernen einzusehen, dass die Mutter/der Vater eine gewisse Zeit ungestört sein müssen, um ihr Pensum zu schaffen. Nachmittags versuchen die Kinder mit allen Tricks, sie vom Schreibtisch wegzuholen und abends wird der Partner ungeduldig, wenn der andere dann noch nicht mit der Arbeit fertig ist.

Es ist praktisch nicht möglich ungestört zu arbeiten, wenn kein Arbeitszimmer für die Ausübung der Telearbeit zur Verfügung steht. Das Arbeitszimmer sollte nur für diese Tätigkeit genutzt werden und sich nicht in einem abgeteilten Eck des Wohnzimmers befinden. Auch Kellerräume ohne Heizung und Fenster für natürliches Tageslicht sind keine idealen Arbeitszimmer. Der Telearbeiter sollte nicht nur genügend Platz für seine Arbeitsgeräte zur Verfügung haben, sondern sich in diesem Raum auch wohl fühlen können.

Sind kleine Kinder zu versorgen, wird man nicht umhin kommen trotz Telearbeit für eine angemessene Betreuung zu sorgen. Konzentriert seine Arbeit erledigen und gleichzeitig auf ein spielendes Kind aufpassen, das geht nicht zusammen. 

Telearbeit klappt nur, wenn eine getrennte Kinderbetreuung gewährleistet ist.

Durch die Telearbeit lässt sich aber zumindest die Zeit besser einteilen und es fallen die Anfahrtszeiten von und zu der Arbeitsstelle weg. Man sollte sich aber auch darüber im Klaren sein, dass ein Teil der so gewonnen Zeit für einen gestiegenen Aufwand an Planung und Selbstkontrolle wieder verloren geht  Die freie Zeiteinteilung hat natürlich immer dann unschlagbare Vorteile, wenn unvorhergesehene Ereignisse, wie die Erkrankung eines Kindes oder Unterrichtsausfall in der Schule, eintreten. Sie birgt aber auch Gefahren. Schnell hat man sich verzettelt, wenn man Beruf und Privates nicht strikt trennt. Meist ist dies aber nur eine Übergangsphase und der Telearbeiter, die Telearbeiterin lernt den Tag zu strukturieren.

Die Verquickung von Beruf und Familie kann unter Umständen zu erheblichen Belastungen führen. Spannungen und Probleme, die sich durch die Berufstätigkeit ergeben, können sich viel leichter auch auf die Privatsphäre auswirken. Konflikte mit der Familie sind dann vorprogrammiert. Auf der anderen Seite neigen Telearbeiter dazu, sich völlig auf ihre Arbeit zu konzentrieren und sich in ihrem Arbeitszimmer zu verschanzen. Manchmal kann auch die ständige Nähe der Familie belastend sein. Dadurch wird die Verbindung von Beruf und Familie eher als Doppelbelastung empfunden.

Kontakt mit dem Betrieb

Um nicht gänzlich vom Betrieb abgekoppelt zu sein, empfiehlt es sich, einen intensiven Kontakt zu den Kollegen und insbesondere den Vorgesetzten im Betrieb zu halten. Dies geschieht durch regelmäßige Treffen im Büro oder wird ohnehin in Form alternierender Telearbeit durchgeführt, bei der der Telearbeiter an mehrere Tagen in der Woche im Betrieb und an den restlichen Tagen zu Hause arbeitet. Nähere Informationen über alternierende Telearbeit finden sich in [ Leitfaden 1 ].

 

Rechtliche Aspekte

Inzwischen gibt es zahlreiche Muster-Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen, die die rechtlichen Aspekte der Telearbeit abdecken. Darunter fallen Fragen der Arbeitszeit (wann muss der Telearbeiter erreichbar sein), der Ausstattung des Arbeitsplatzes, der Zugangsregelung des Arbeitgebers zur Wohnung, sowie Fragen des Datenschutzes der Haftung und Versicherungen.

Weiterführende Informationen sowie eine Muster-Bertriebsvereinbarung über Telearbeit findet sich in [ Leitfaden 1 ].

 

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